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Neerdarer Kirche- das Dorfbild
prägend (Auszug aus der Festschrift 1994)
Die ursprüngliche gewölbte Kirche aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts mit
rechteckigem Schiff und quadratischem Chor besteht in ihren alten Bauteilen aus
verputzen Bruchstein, Sandstein und Schiefer mit Quaderkanten. Nordportal und
nördliches Chorfenster sind gotisch aus den Jahren um 1300. Die Südmauer des
Kirchenschiffes wurde 1586 erneuert, seine Fenster im 17. Jahrhundert erweitert.
1672 bekam das Gotteshaus seine Barockausstattung und 1851 wurde der Turm neu
errichtet. 
Der von dem Waldecker Barockkünstler Josias Wolrat Brützel
angefertigte Altaraufsatz besitzt in der Mitte ein oben rund bogig
abgeschlossenes Altarblatt mit einer äußerst realistischen Darstellung des
Jüngsten Gerichts, seitlich gerahmt von zwei gedrehten Säulen. Auf der
Rückseite die Signatur: " Meister Josias Wolrat Brützel Anno 1692 den 9.
Dezember."
Bemerkenswert ist der Sandstein-Taufstein; an zwei Vorderseiten
des quadratischen Sockels der Waldecker Stern in Spiegelfeld. "G. F. G. V.
H. Z. W. P. V. C. F. Z. T. P. W. W." = Georg Friedrich Graf und Herr zu
Waldeck, Pyrmont und Cuylenburg, Freiherr zu Tonna, Paland, Witten, Werth. Auf
kurzem runden Schaftstück das runde Becken mit beträchtlicher
Aushöhlung. das gute Stück stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Aus gleicher Zeit
steht das Gestühl mit schmalen Gesangbuchbrett und S-förmig abgeschrägten
Seitenwangen, deren Vorderseiten in immer wieder anders gehaltener
Flachsschnitzerei veziert sind, im Kirchenschiff. Hinter dem Rückbrett der Bank
am Eingang liest man eingeschnitzt "Anno 1672 provisorii (Kirchenvorsteher)
Johann Schlomer Johann Michael Geldmacher et. Johann Behlen diligenti facta a
joh. Christo phor. Hölen. cive corb." (Korbacher Bürger). Die Orgel ist
ein Werk um 1850/60. Zumeist abgetretene Inschriftgrabsteine liegen im
Kirchenfußboden.
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